ADHS bei Erwachsenen
Ihre ADHS-Abklärung – zeitnah statt monatelang warten
Der Verdacht auf ADHS lässt sich im Erwachsenenalter zuverlässig abklären – strukturiert, fachärztlich und auf aktuellem wissenschaftlichem Stand. Während auf einen Diagnostiktermin bei spezialisierten Ambulanzen oft viele Monate Wartezeit anfallen, bieten wir Ihnen eine zeitnahe, ausführliche Diagnostik – auf Wunsch mit einem Vorgespräch per Video, auch überregional.
Was ist ADHS bei Erwachsenen?
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine neurobiologische Erkrankung, die nicht nur Kinder betrifft. Viele Erwachsene leben mit ADHS – oft ohne es zu wissen. Die Symptome verändern sich im Laufe des Lebens, bleiben aber häufig bestehen und können den Alltag, das Berufsleben und Beziehungen erheblich beeinflussen.
Wichtig zu wissen: ADHS ist keine Charakterschwäche, sondern eine medizinisch anerkannte Störung, die gut behandelbar ist.
Symptome: Wie zeigt sich ADHS im Erwachsenenalter?
ADHS äußert sich bei Erwachsenen meist anders als bei Kindern. Typische Anzeichen sind:
- Unaufmerksamkeit: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, Aufgaben zu organisieren, Termine einzuhalten oder Dinge zu Ende zu bringen. Vergesslichkeit und das Verlieren von Gegenständen sind häufig.
- Innere Unruhe und Hyperaktivität: Weniger körperliche Unruhe als bei Kindern, dafür oft ein ständiges „Getrieben-Sein“, das Bedürfnis, immer beschäftigt zu sein, oder das Gefühl, nicht abschalten zu können.
- Impulsivität: Spontane Entscheidungen, Schwierigkeiten, abzuwarten, Unterbrechen anderer, unüberlegte Handlungen (z. B. beim Einkaufen, in Gesprächen oder im Straßenverkehr).
- Emotionale Dysregulation: Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Frustrationstoleranz, manchmal auch depressive Verstimmungen oder Angst.
- Probleme im Alltag: Schwierigkeiten im Beruf, in Beziehungen oder bei der Alltagsorganisation. Häufige Jobwechsel, Konflikte oder das Gefühl, „anders“ zu sein.
Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten. Die Ausprägung ist individuell verschieden.
Ursachen: Warum entsteht ADHS?
ADHS ist eine komplexe Störung mit verschiedenen Ursachen:
- Genetische Faktoren: ADHS ist zu einem großen Teil erblich bedingt. Oft finden sich ähnliche Symptome auch bei anderen Familienmitgliedern.
- Neurobiologische Ursachen: Veränderungen im Gehirnstoffwechsel, insbesondere bei Botenstoffen wie Dopamin und Noradrenalin, spielen eine zentrale Rolle.
- Umweltfaktoren: Frühgeburt, Komplikationen während der Schwangerschaft oder belastende Kindheitserfahrungen können das Risiko erhöhen.
- Psychosoziale Einflüsse: Stress, Überforderung oder negative Erfahrungen können die Symptome verstärken, sind aber nicht die Ursache der Störung.
Diagnose: Wie wird ADHS bei Erwachsenen festgestellt?
Die Diagnose von ADHS im Erwachsenenalter ist anspruchsvoll und erfordert Erfahrung und Zeit:
Wir bieten die ADHS-Diagnostik in drei aufeinander aufbauenden Stufen an – je nachdem, wie umfassend Sie Ihr Profil verstehen möchten:
Ausführliches Erstgespräch: Wir nehmen uns Zeit, Ihr Anliegen zu verstehen und Ihre aktuelle Lebenssituation, Ihre Symptome aufzuklären. Wir arbeiten digital unterstützt und ermöglichen Ihnen so eine ausführliche und stressfreie Diagnostik auf höchsten Niveau.
Basis: Die umfassende ADHS-Diagnostik gibt Ihnen die Klarheit, auf die viele Betroffene lange gewartet haben: Habe ich ADHS – oder steckt etwas anderes dahinter? Mit strukturierten, anerkannten Verfahren, Ihrer Biografie und einem verständlichen Befund erhalten Sie eine belastbare Antwort – und zugleich die Grundlage für die passende Behandlung, für Gespräche mit Ihrem Umfeld und, wo nötig, für einen Nachteilsausgleich. Oft ist schon diese Einordnung eine große Entlastung.
Aufbaustufe (Leistungsprofil): Zusätzlich erfassen wir mit einer Leistungsstrukturtestung Ihr persönliches kognitives Profil – und das bringt Ihnen ganz konkret etwas: Sie erkennen Ihre besonderen Stärken und die Bereiche, die Sie mehr Kraft kosten. So lässt sich besser einordnen, ob Ihre Konzentrationsprobleme zur ADHS gehören oder (auch) mit Über- oder Unterforderung zu tun haben. Sie gewinnen Klarheit für Entscheidungen in Beruf, Ausbildung oder Studium, können einen Nachteilsausgleich fundiert begründen und Ihre Therapie sowie Ihren Alltag gezielt auf das ausrichten, was wirklich zu Ihnen passt – oft ein spürbarer Schritt zu mehr Selbstverständnis und weniger Selbstzweifeln.
Erweiterte Stufe (Beruf): Mit einer berufsbezogenen Persönlichkeitsdiagnostik schauen wir gemeinsam darauf, welche Tätigkeiten, Arbeitsbedingungen und Rollen wirklich zu Ihnen passen – und welche Sie auf Dauer überfordern. Der konkrete Nutzen: Sie beugen chronischer Überlastung und Erschöpfung frühzeitig vor, statt erst zu reagieren, wenn die Kraft schon aufgebraucht ist. Sie lernen Ihre Stärken und Ihre Belastungsgrenzen kennen, können berufliche Entscheidungen – Wechsel, Weiterbildung oder eine Anpassung des Arbeitsplatzes – fundiert treffen und mit Ihrem Umfeld gezielt über passende Bedingungen sprechen. Diese Testung ist auch unabhängig von der ADHS-Diagnostik einzeln durchführbar, etwa zur beruflichen Standortbestimmung oder zur Vorbeugung von Überlastung.
Welche Stufe für Sie passt und was sie kostet, besprechen wir gern persönlich – sprechen Sie uns einfach an.
Viele Erwachsene erhalten die Diagnose erst spät – häufig nach einem langen Leidensweg. Eine fundierte Diagnostik ist der erste Schritt zu mehr Lebensqualität.
Klarheit bekommen – jetzt Ihre ADHS-Diagnostik anfragen
Sie müssen nicht monatelang warten. Vereinbaren Sie einen Termin für Ihre ADHS-Abklärung.
Behandlung: Was hilft bei ADHS im Erwachsenenalter?
ADHS ist gut behandelbar. Die Therapie wird individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und kann folgende Bausteine umfassen:
Medikamentöse Behandlung
- Stimulanzien (z. B. Methylphenidat): Sie verbessern Aufmerksamkeit, Impulskontrolle und Organisation. Die Einstellung erfolgt durch erfahrene Fachärzt:innen und wird engmaschig begleitet.
- Nicht-stimulierende Medikamente (z. B. Atomoxetin): Eine Alternative, wenn Stimulanzien nicht vertragen werden oder kontraindiziert sind.
Psychotherapie
- Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): Hilft, negative Denkmuster zu erkennen, Alltagsstrukturen zu entwickeln und den Umgang mit ADHS zu verbessern.
- Weitere Verfahren: Achtsamkeitstraining, Skills-Training (z. B. aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie), Schema-Therapie oder Gruppentherapie und Coaching können ergänzend sinnvoll sein.
Selbsthilfe: Was Sie selbst tun können
- Struktur schaffen: Feste Tagesabläufe, To-Do-Listen und Erinnerungen helfen, den Alltag zu organisieren.
- Prioritäten setzen: Große Aufgaben in kleine Schritte unterteilen und realistische Ziele setzen.
- Pausen einplanen: Regelmäßige Erholungsphasen verhindern Überforderung.
- Austausch suchen: Selbsthilfegruppen bieten Verständnis, Tipps und Unterstützung von anderen Betroffenen.
Eigene Stärken erkennen: ADHS bringt nicht nur Herausforderungen, sondern oft auch Kreativität, Energie und Begeisterungsfähigkeit mit sich. Besinnen Sie sich auf die Stärken, die Sie im Laufe Ihres Lebens entwickelt haben.
Krisenhilfe: Unterstützung in schwierigen Situationen
Manchmal geraten Menschen mit ADHS in akute Krisen, z. B. bei Überforderung, Depression oder Suizidgedanken. In solchen Fällen gilt:
- Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenfrei, rund um die Uhr)
- Sozialpsychiatrischer Dienst: Unterstützung und Krisenintervention vor Ort
- Notruf: 112 bei akuter Gefahr
Sie sind nicht allein – professionelle Hilfe ist jederzeit erreichbar.
Ressourcen und Anlaufstellen
- Selbsthilfegruppen: Informationen und Kontakte über lokale Selbsthilfekontaktstellen oder Online-Verzeichnisse (z. B. ADHS Deutschland e.V.).
- Sozialpsychiatrische Zentren (SPZ): Kostenlose Beratung, Gruppenangebote und Unterstützung im Alltag.
- ADHS-Coaches: Spezialisierte Berater:innen für Erwachsene mit ADHS.
- Online-Ressourcen: ADHS Deutschland e.V., Zentrales ADHS-Netz, ADHS Selbsthilfe Merseburg